„Ihr Cholesterin ist zu hoch, Sie müssen es senken" – diesen Satz hören viele Frauen beim Arztbesuch. Doch selten wird erklärt, warum der Körper mehr Cholesterin bildet und dass Cholesterin für uns lebenswichtig ist!
Was Cholesterin wirklich macht
Cholesterin ist kein Giftstoff, sondern ein lebenswichtiger Baustein, den dein Körper selbst herstellt. Er braucht es, um wichtige Substanzen zu bilden – vor allem Hormone:
- Progesteron – das Hormon für Ruhe, Gelassenheit und einen ausgeglichenen Zyklus
- Östrogen – für Haut, Haare, Knochen und weibliche Energie
- Testosteron – für Kraft, Motivation und Libido
- Cortisol – hilft uns, mit Stress umzugehen
- Vitamin D – entsteht in der Haut aus Cholesterin
Wichtig zu wissen: Ohne Cholesterin keine Hormonbildung!
Das heißt: kein Pregnenolon, kein Progesteron, Östrogen, Testosteron, Cortisol –
die gesamte Hormonkaskade ist auf Cholesterin angewiesen.
Warum viele heute „zu viel Cholesterin" haben
Ein erhöhter Cholesterinwert ist oft kein Zeichen von zu viel Fett im Essen, sondern ein Zeichen von Ungleichgewicht im Körper.
Mögliche Ursachen für erhöhtes Cholesterin:
- Hormonmangel (z.B. zu wenig Progesteron): Der Körper versucht, mehr Cholesterin zu bilden, um wieder Hormone herstellen zu können.
- Dauerstress: Cortisolbedarf steigt, die Leber produziert mehr Cholesterin.
- Ungesunde Fette: Transfette aus Fast Food, Fertigprodukten und gehärteten Ölen behindern den Fettstoffwechsel.
- Bewegungsmangel & Zuckerüberschuss: fördern Ablagerungen und Stoffwechselstörungen.
- Leberbelastung: Wenn die Leber nicht richtig entgiftet, bleibt Cholesterin im Blut erhöht.
Das heißt: Ein hoher Cholesterinwert ist oft ein Zeichen, dass der Körper etwas ausgleichen will – nicht, dass du zu viel Fett gegessen hast!
Cholesterin ist auch für andere Funktionen lebenswichtig
- Baustein jeder Zellmembran – jede Zelle in deinem Körper braucht Cholesterin
- Vorläufer von Gallensäuren – für die Fettverdauung im Darm
- Vorläufer von Vitamin D – wird in der Haut aus Cholesterin gebildet
- Wichtig für Nervenzellen und Gehirn – Myelinschicht schützt Nervenfasern
Was passiert, wenn Cholesterin zu niedrig ist
Gerade bei stark fettarmer Ernährung, Fasten, Leberproblemen oder übermäßiger Cholesterinsenkung kann es zu einem Cholesterinmangel kommen – mit ernsthaften Folgen:
Hormonelle Auswirkungen:
- Zyklusstörungen, PMS
- Unfruchtbarkeit
- Libidoverlust
- Erschöpfung, Stressintoleranz (Cortisolmangel)
- Schilddrüsenprobleme (indirekt durch Hormonungleichgewicht)
Psyche & Gehirn:
- Stimmungstiefs, Depression
- Konzentrationsprobleme
- Angstgefühle (Serotoninrezeptoren funktionieren schlechter bei zu wenig Cholesterin)
Körperliche Symptome:
- Müdigkeit, Muskelschwäche
- Trockene Haut, sprödes Haar
- Verdauungsprobleme (Gallensäureproduktion sinkt)
Ursachen für zu wenig Cholesterin
- Sehr fettarme oder vegane Ernährung ohne ausreichende gesunde Fette
- Schilddrüsenüberfunktion
- Lebererkrankungen
- Chronischer Stress (vermehrter Verbrauch)
- Entzündliche Darmerkrankungen oder Fettverdauungsstörungen
- Zu starke Cholesterinsenkung (z.B. durch Statine)
Wie du Cholesterin und Hormonbalance natürlich unterstützt
- Gesunde Fette essen: Avocado, Eigelb, Butter von Weidekühen, Olivenöl, Nüsse, Kokosöl, fetter Fisch. Diese Fette helfen, das „gute" Cholesterin (HDL) zu erhöhen und sorgen für eine gesunde Hormonbildung.
- Eiweißzufuhr sichern: für Hormonvorstufen und Zellaufbau
- Leber stärken: sie stellt Cholesterin her und reguliert den Fettstoffwechsel
- Mikronährstoffe: Vitamin C, B5, Magnesium, Zink sind nötig für die Hormonbiosynthese
- Kein chronisches Fasten oder extrem Low-Fat-Diäten: der Körper braucht regelmäßig gesunde Fette
Kurz gesagt: Nur wer seinem Körper ausreichend gesunde Fette zuführt,
ermöglicht ihm, Hormone, Zellen und Energie im Gleichgewicht zu halten. Cholesterin ist
dabei Teil der Lösung, nicht das Problem.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nein! Eier enthalten hochwertiges Cholesterin und gesunde Fette, die dein Körper für die Hormonproduktion braucht. Studien zeigen, dass der Verzehr von Eiern bei den meisten Menschen nicht zu erhöhten Cholesterinwerten führt. Das Cholesterin aus der Nahrung hat bei gesunden Menschen nur einen geringen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut – der Körper reguliert die eigene Produktion entsprechend.
Das ist eine individuelle Entscheidung, die du mit deinem Arzt besprechen solltest. Wichtig ist: Statine senken die körpereigene Cholesterinproduktion – das kann auch die Hormonbildung beeinträchtigen. Viele Frauen berichten von Müdigkeit, Muskelschmerzen und Hormonproblemen unter Statinen. Oft lohnt es sich, erst die Ursache des erhöhten Cholesterins zu finden (Stress, Hormonmangel, Ernährung) und natürlich zu behandeln, bevor man zu Medikamenten greift.
LDL (Low-Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin von der Leber zu den Zellen – wird oft als „schlechtes" Cholesterin bezeichnet, ist aber in normalen Mengen wichtig. HDL (High-Density Lipoprotein) transportiert überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber und wird als „gutes" Cholesterin bezeichnet. Wichtig ist nicht nur der Gesamtwert, sondern das Verhältnis von HDL zu LDL. Ein hohes HDL schützt die Gefäße, ein zu hohes LDL (besonders oxidiertes LDL) kann bei Entzündungen problematisch werden.
Ja, in vielen Fällen! Wichtige Maßnahmen sind:
- Stressreduktion (Cortisol senken)
- Regelmäßige Bewegung (erhöht HDL, senkt LDL)
- Gesunde Fette statt Transfette
- Ballaststoffreiche Ernährung (Haferflocken, Leinsamen, Gemüse)
- Lebergesundheit fördern (z.B. Mariendistel, Bitterstoffe)
- Hormonbalance wiederherstellen
Ein vollständiges Lipidprofil ist sinnvoll:
- Gesamtcholesterin
- LDL-Cholesterin
- HDL-Cholesterin
- Triglyceride
- LDL/HDL-Verhältnis
Zusätzlich können Hormonwerte (Progesteron, Östrogen, Cortisol, Schilddrüse) und Leberwerte hilfreich sein, um die Ursache eines Ungleichgewichts zu finden.
Der Körper stellt Cholesterin selbst her, auch ohne tierische Lebensmittel. Wichtig ist:
- Ausreichend gesunde pflanzliche Fette (Avocado, Nüsse, Samen, Olivenöl, Kokosöl)
- Keine extrem fettarme Ernährung – der Körper braucht Fett für Hormone
- Eiweißzufuhr sichern (Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Nüsse)
- Vitamin B12, Zink, Magnesium supplementieren bei Bedarf